Technische Hinweise und Informationen
ABS - Industrierohrsysteme




Akatherm/FIP mit Sitz in Mannheim, ist ein führender Anbieter von ABS Rohrleitungs- komponenten, mit langjähriger Erfahrung in Kunststoffrohrleitungssystemen. Die Qualität unserer Produkte und die von Kwerk.de angebotenen Dienstleistungen unterliegen einem hohen Qualitätsanspruch. Neben Rohren, gespritzten Klebe- und Gewindefittings   werden auch die verschiedensten, für den Rohrleitungsbau benötigten, Armaturen angeboten.



Silikonfrei hergestellte Produkte, Flansche und Dichtungen sowie Befestigungsmaterialien runden unsere Produktpalette ab. Sämtliche folgende Angaben sind mit größter Sorgfalt und bestem Wissen erstellt worden. Aus dem Inhalt kann jedoch keine Verbindlichkeit abgeleitet werden.


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Werkstoffeigenschaften


Die genannten Werkstoffdaten sind Richtwerte, die in Abhängigkeit vom Verarbeitungsverfahren differieren können. Daher können sie nicht ohne weiteres auf Fertigteile übertragen werden.

 
Acrynitril-Butadien-Styrol (ABS) ist ein amorpher Thermoplast.
Aufgrund seiner mechanischen Eigenschaften, seiner guten chemischen Widerstandsfähigkeit und seiner hohen Schlagzähigkeit im niederen Temperaturbereich
eignet sich der Werkstoff für eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten.
  Wert Einheit Norm
Dichte 1,04 g/cm³ ASTM D792
Streckspannung bei 23°C 45 MPa ASTM D635
Biege E-Modul bei 23°C 2200 MPa ASTM D635
Längenausdehung 0,1 mm/m°C DIN53752
Vicat-Erweichungstemperatur 99 °C ISO R306
Kerbschlagzähigkeit bei 23°C (nach Izod) 35 KJ/m2 ASTM D256
Wärmeleitfähigkeit 45 W/m°C  
 

Druck-Temperaturdiagramm ABS


Die Kurve basiert auf einer Umgebungstemperatur von +20°C und Wasser als Medium. Die im Diagramm angegebenen Drücke gelten für eine Lebensdauer von 50 Jahren mit einem eingerechnetem Sicherheitsfaktor von 2,1. Das Druck-Temperaturdiagramm gilt nicht für die Abmessung 315 mm (belastbar bei 20° C mit 8 bar).
 
 

Vorteile des ABS-Systems


Die hervorragenden Werkstoffeigenschaften von ABS beruhen auf der speziell eingestellten Zusammensetzung der Werkstoffkomponenten Acrylnitril, Butadien und Styrol.
Während Acrylnitril eine Verbesserung der Alterungs- und Wärmebeständigkeit sowie eine verbesserte chemische Widerstandsfähigkeit bewirkt, haben die Styrolkomponenten Einfluss auf die Festigkeit, Verarbeitbarkeit und die hohe Oberflächengüte. Die chemisch gebundenen Butadienanteile verleihen dem ABS seine hohe Schlagzähigkeit und Festigkeit, auch bei tiefen Temperaturen.

 

Verhalten von ABS im Außeneinsatz


ABS hat in mitteleuropäischen Klimazonen nördlich der Alpen eine gute Witterungsbeständigkeit, auch bei Einwirkung der kurzwelligen UV-Anteile des Sonnenlichts. Trotzdem verliert ABS etwas von seiner Schlagzähigkeit, so dass es bei extremen Anwendungsfällen von Vorteil ist das Material mittels einer Rohrisolierung, einer Rohrabdeckung oder eines Schutzanstriches zu schützen.

Chemische Beständigkeit


Allgemein zeichnet sich ABS durch eine hohe Beständigkeit gegen eine Vielzahl von Chemikalien aus. ABS ist gegenüber Wasser, wässrigen Salzlösungen, vielen Säuren und Basen sowie einer Vielzahl an Frostschutzmitteln als widerstandsfähig einzustufen. Eine bedingte Widerstandsfähigkeit besteht gegenüber aliphatischen Kohlenwasserstoffen, Ölen und Fetten. ABS ist´gegenüber chlorierten und aromatischen Kohlenwasserstoffen, organischen Säuren und Lösungsmitteln, Estern und Ketonen nicht beständig. Die chemische Beständigkeit ist jedoch von vielen Faktoren abhängig, wie z.B. der Betriebstemperatur, dem Betriebsdruck, der Konzentration und anderen Einflüssen. Im konkreten Fall können Sie die Widerstandsfähigkeit in unserer Beständigkeitslistenachschlagen oder unser Produktmanagement kontaktieren.
 

Temperatur- und Druckeinsatzbereiche


ABS ist im Temperaturbereich von - 40 °C bis + 60 °C einsetzbar. Oberhalb von + 60°C erweicht ABS relativ schnell. Bezüglich der Innendruckbelastbarkeit von Rohren und Formteilen verweisen wir auf das vorstehende “Druck-Temperaturdiagramm”. Die max. Innendruckbelastbarkeit von Armaturen können Sie den Hinweisen bei den jeweiligen Armaturen entnehmen, bzw. halten Sie Rücksprache mit unserem Produktmanagement.

Elektrische Eigenschaften


ABS ist ein polarer, amorpher Thermoplast mit ausgezeichneten Isolationseigenschaften. Aufgrund der hieraus resultierenden möglichen statischen Aufladung darf ABS bei Anwendungen, bei denen Entzündungs- oder Explosionsgefahr besteht, nicht
eingesetzt werden.
 

Thermisch bedingte Längenänderung


Wie alle thermoplastischen Kunststoffe hat auch ABS einen relativ großen thermischen Längenausdehnungskoeffizienten (0,1 mm/m°C). Diese Tatsache ist im Vorfeld bei der Planung des Rohrleitungssystems konstruktiv zu berücksichtigen. Hierzu bieten sich verschiedene Möglichkeiten an. Einbau von Dehnungsbögen oder Kompensatoren sowie die „feste“ Einspannung über Festpunkte. Da hierzu fundierte Kenntnisse im Umgang mit Kunststoffen vorhanden sein müssen, empfehlen wir eine entsprechende Systemauslegung mit PC-Rechenprogrammen durchzuführen.

Einfache Verbindung


ABS Rohrleitungskomponenten werden durch Kleben miteinander verbunden. Die Herstellung von Klebeverbindungen setzt
ausreichende Fachkenntnisse voraus (siehe DVS-Regelwerke). Klebeschulungen werden von Akatherm FIP angeboten. Für die
Vorgehensweise bei der Herstellung einer Klebeverbindung beachten Sie bitte die speziellen Vorgaben der Klebstofflieferanten
bzw. der vom KRV (Kunststoffrohrverband e.V.) veröffentlichten Klebeanleitung.
 

Normen


Metrische ABS-Rohre, Formteile und Armaturen werden entsprechend den folgenden Normen hergestellt:
- in Anlehnung an DIN 8062
- in Anlehnung an DIN 8063
- DIN 2501
- ISO 727
- ISO 161/1
- EN ISO 15493
- DIN 3230

Zulassungen


- UK Water Regulations für Kaltwasseranwendungen (WRAS)
- UK Water Regulations für den ONE-STEP-Kleber und Reiniger (WRAS)
- Bureau Veritas
- Germanischer Lloyd
- DET NORSK VERITAS
- American Bureau of Shipping
- Lloyds Register
- Zulassung nach EN 54-20 (RAS) Eigeneinstufung
- IMO-Richtlinie (Resolution of A753 (18)) für verschiedene nicht sicherheitstechnisch relevante Anwendungen
- TA-Luft für FK-Absperrklappe
- TA-Luft für Membranventile
- TA-Luft für 2- und 3-Wege Kugelhähne
 

Druckverlustwerte von Formteilen und Armaturen


Die Ermittlung und Berechnung der Druckverlustwerte von Formteilen und Armaturen ist ein komplexer und aufwendiger Berechnungsvorgang. Aus diesem Grund erhalten Sie nachstehend bestimmte Formteil-/Armaturenkonstanten (F). Über die Beziehungsformel E = F x D (E = äquivalente Rohrlänge in m; D = Rohrinnendurchmesser in mm), läßt sich eine äquivalente Rohrlänge der Formteile/Armaturen errechnen. Diese Werte sind zu der Gesamtlänge der Rohrleitung zu addieren. Anschließend kann der Druckverlust der gesamten Rohrleitung berechnet werden.
Formteil Armatur F
90° Winkel 0,03
45° Winkel 0,01
T-Stück egal 0,01
Abzweig 0,06
90° Bogen 0,01
45° Bogen 0,01
Reduktion 0,15 je Reduktionssprung
Absperrklappe 0,13
Membranventil 0,23
Rcüskclagventile 0,05
 

Gewindeanschlüsse


Kwerk.de hat eine Vielzahl von Gewindeformteilen/-armaturen im Lieferprogramm, mit denen Übergänge von Kunststoff auf Metall geschaffen werden können. Aufgrund des stark unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten von Metall und Kunststoff dürfen Übergangsmuffenformteile nur für Temperaturausdehnungsanwendungen im Bereich von +/-5° vewendet werden.

Das direkte Schneiden eines Gewindes auf oder in ein ABS-Rohr PN10 ist nicht zulässig. Zur Montage von Übergangsfittings wird die Verwendung von PTFE-Dichtungsband empfohlen. Dichtmittel wie „Boss White“, LOCTITE 542 und LOCTITE 572 sind für das ABS-System nicht zugelassen.

 

Herstellen von Mess- und Prüfeinrichtungen ABS


Das Herstellen von Mess- und Prüfeinrichtungen kann u.a. mit Übergangsmuffennippel und Muffennippeln realisiert werden. Hierzu wird zuerst im Übergangsbereich Rohr/Formteil ein Loch gebohrt und anschließend ein Gewinde eingedreht, im Anschluss wird dann das Formteil eingeschraubt. Statt des Gewindeeindrehens kann das Formteil auch eingeklebt werden.

Die zulässigen Anwendungsgrenzen bei Wasser und 20°C und max. 10 bar Innendruck sind wie folgt:
- d 16 - 63 mm: Reduzierte T-Stücke vorhanden, eventuell in Kombination mit Reduktionen und Gewindefittinge verwenden
- d 75 - 110 mm: 1/2“ Maximalgewinde
- d 125 - 140 mm: 3/4“ Maximalgewinde
- d 160 - 315 mm: 1“ Maximalgewinde

Bei Anwendungstemperaturen > 20° C reduzieren sich die maximal zulässigen Innendruckbelastbarkeiten entsprechend den Angaben des “Druck-Temperaturdiagramms”.

Wärmeisolierung


Bei Verwendung einer Wärmeisolierung muss überprüft werden, ob von den verwendeten Materialien (Schaum,Kleber etc.) keine negativen Auswirkungen auf das ABS-Rohrleitungssystem ausgeübt werden. Wir empfehlen als Rohrisolierung die gängigen Isoliermaterialien wie Faserwolle (z.B. Rockwool), Armaflexklasse 1 HT, Phenolharzschaum, Polystyrol zu verwenden.

 

Anzugsmomente für Flansche


Bitte halten Sie Rücksprache mit unserem Produktmanagement.

Rohrunterstützung


Häufig werden Rohre mit „ungehinderter Längenänderung“ in abgehängten Rohrschellen geführt. Die Rohrleitung muss dabei die Möglichkeit haben in der Rohrschelle zu gleiten. Aus diesem Grund müssen diese Konstruktionen möglichst stabil sein, dürfen aber dennoch die axiale Bewegung des Rohres nicht beeinträchtigen. Die metallischen Schellentypen dürfen keine scharfen Kanten oder Grate haben, welche das Rohr beschädigen könnten. In unmittelbarer Nähe zur Schelle dürfen sich keine Hindernisse befinden (z.B. Formteile, Muffen usw.), die die Beweglichkeit der Rohrleitung beeinträchtigen könnten. Bei der Auslegung von Rohrleitungssytemen mit „verhinderter Längenänderung (feste Einspannung)“, sind Führungsschellen´vorzusehen. Diese müssen gewährleisten, dass aufgrund der eintretenden Stauchung das Rohr nicht seitlich ausknicken kann. Die Möglichkeit zum Gleiten der Rohrleitung ist hier im Gegensatz zur Gleitschelle nicht erforderlich.

 

Unterstützung schwerer Rohleitungsteile


Armaturen, Filter oder andere schwere Rohrleitungsteile sollten immer, unabhängig von der Rohrleitung, befestigt werden, um unzulässige Lasten vom Leitungssystem fernzuhalten, z.B. können zum Zwischenflanschen von Absperrklappen anstelle von Losflanschen Armaturenbefestigungsplatten oder bei Kugelhähnen spezielle Kugelhahnhalterungen verwendet werden.

Rohrführung


Oberirdisch zu verlegende Rohrsysteme sollten so konzipiert werden, dass resultierende Längenänderungen der Rohrleitung aufgenommen werden können. Mittels entsprechend ausgelegter Biegeschenkel und die zuvor beschriebenen Befestigungsmöglichkeiten, wird ein gezieltes, axiales Ausdehnen ohne Auslenken erreicht. In jedem Fall kann die natürliche Rohrflexibilität ausgenutzt werden.

Rohrschellenabstände


Rohrschellenabstände für Rohre aus ABS bei Medien mit einer Dichte kleiner gleich 1 g/cm³

Rohrdurchmesser in mm 20°C 40°C 50°C
16 800 600 500
20 900 700 600
25 1000 800 700
32 1100 900 800
40 1200 1000 900
50 1300 1100 1000
63 1400 1200 1100
75 1500 1300 1200
90 1600 1350 1200
110 1800 1470 1300
125 1900 1570 1400
140 2000 1670 1500
160 2100 1770 1600
200 2200 1870 1700
225 2300 1970 1800
250 2500 2200 2000
315 2900 2570 2400
 





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